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Aktivitäten

Handwerk- und Gewerbeverein mit der Bergbahn auf Baumwipfelpfad bei Bad Wildbad

Donnerstag, 14.07. - Freitag, 09.09. 2016

Traumhafter Blick auf beeindruckende Schwarzwaldlandschaft

„Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, sagte sich der 1. Vorsitzende des Handwerk- und Gewerbevereins Thomas Hörner. Und so führte der Familienausflug am 19. Juni in diesem Jahr nicht in die Ferne, sondern in das nur eine Autostunde entfernte Bad Wildbad, dem Tor zum Schwarzwald.

Wildbad ist einer der ältesten Badeorte Deutschlands. Könige, Fürsten, Politiker und Prominente kurten hier im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Schon in den 1850er Jahren war ein Eisenbahnanschluss geplant, was die damalige Bedeutung dieser Stadt unterstreicht. Den adligen Herrschaften sollte eine bequeme Anreise ermöglicht und die Bedeutung als mondäner Kurort gefördert werden. Die Strecke wurde schließlich im Jahr 1868 eröffnet, und aus dieser Zeit stammt auch noch das archtektonisch reizvolle Bahnhofsgebäude.

Dessen Schönheit kann man allerdings heute nur noch erahnen, Verfall ist an jeder Ecke erkennbar. Auf der Bahnsteigseite wurden viele Fenster mit Pressspanplatten vernagelt und zwingen ihn in einen Dornröschenschlaf, bis ein mutiger Investor ihn wachküsst und einer neuen Nutzung zuführt. Was man mit alten Bahnhöfen alles machen kann, ist übrigens in Sinsheim oder in Neckargemünd zu bewundern.
Der stilvolle Bahnhof am Stadteingang ist symptomatisch für die strukturellen Probleme der Stadt. Schon seit über zwanzig Jahren ist der historische Ort im Niedergang begriffen. Sichtbar wird dies auch in der Wilhelmsstraße, der „Einkaufsmeile“ Bad Wildbads. Viele Geschäfte sind zu vermieten, machen Räumungsverkauf oder stehen leer.

Die Kurstadt hat in den 1970er und 1980ern eine Blüte erlebt, als die Kranken- und Rentenkassen noch Kuren für Jedermann im großen Stil genehmigten. Busse brachten die Kurgäste in den Ort und wurden dann weiterverteilt. Wer Platz hatte, richtete ein Fremdenzimmer ein und profitierte von dem Boom.

Doch die Kostenträger gerieten zusehends unter Druck, die Kurdauer wurde immer weiter verkürzt, die Bewilligungskriterien verschärft. Der massive Rückgang der Gästezahlen traf Wildbad ins Mark, hatte die Stadt doch lange Zeit verpasst, auf Klasse zu setzen. Es gibt einige Ausnahmen, so z.B. das „Badhotel“ und das „Rossini“ (ehemals Hotel Bären), das von der Hotelierfamilie Mokni betrieben wird. Das Badhotel ist direkt an das Palais Thermal angebunden, das ehemalige Eberhard-Bad, das im Besitz des Landes Baden-Württemberg ist. Der Wellness-Tempel ist heute eine der Attraktionen des Ortes.

Aus der Zeit der Massen-Kuren stammen auch viele Bausünden in der Innenstadt, gesichtslose Betonklötze, die damals als modern empfunden wurden. Viele klassische Schwarzwaldfassaden, die auch den Flair des Orts ausmachen, verstecken sich heute hinter häßlichen Eternit-Fassadenplatten aus den 1970er Jahren.

Stadtverwaltung und Tourismusbüro haben schon lange die Probleme erkannt und tun vieles, um der Kurstadt wieder neuen Schwung zu geben. Vor einigen Jahren wurde die Fußgängerzone aufwändig neugestaltet und man setzte sich für eine Verlängerung der Stadtbahn ein. Diese fährt heute mitten durch die Stadt und endet am Kurpark, bindet die großen Städte Pforzheim und Karlsruhe direkt an.
Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Sommerberg mit seinen vielen Kilometern Wanderwegen, dem Park für Mountainbiker und der im Jahr 2014 eröffnete Baumwipfelpfad. In 20 und mehr Metern Höhe bewegt man sich auf Höhe der Tannen und Schwindelfreie können in gesicherten Bereichen die prickelnde Höhe auf sich wirken lassen.

Der Pfad endet bei einem 40 Meter hohen Aussichtsturm, den man über einen langen spiralförmigen breiten Weg im Innern bequem ersteigen kann. Eine Rutsche in einer geschlossenen Röhre führt denn von der Höhe hinab zum Ausgang, den man natürlich auch fußläufig erreichen kann. Bequem hoch- und hinunter ins von der Enz durchflossene Tal gelangte man übrigens mit einer fahrerlosen Bergbahn.

Das alles durften die rund 30 Mitglieder des Handwerk- und Gewerbevereins nebst ihren Freunden, Kindern und Enkeln hautnah erleben. Zuvor hatte man sich allerdings mit einem schmackhaften Essen à la Carde, in der „Alten Linde“ gestärkt.

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