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Die Geschichte des Handwerk- und Gewerbevereins Wiesloch

Der Handwerk- und Gewerbeverein ist einer der ältesten Vereinigungen in der Großen Kreisstadt Wiesloch. Die Tatkraft, mit der die Gründungsmitglieder an die Arbeit gingen, zeigte sich in einer zehn Tage dauernden Gewerbeausstellung, die vom 26. September bis 6. Oktober 1878 bereits Tausende von Besuchern in die damalige badische Bezirksamtsstadt Wiesloch zog.

Im Vordergrund der Vereinsarbeit stand damals die berufliche Betreuung und Förderung der Gewerbetreibenden und vor allem der Lehrlinge. Den Meistern und Gesellen wurde Gelegenheit geboten, sich durch Vorträge, den Besuch von Ausstellungen und der Teilnahme an Kursen weiterzubilden. Für den begabten Nachwuchs wurden Stipendien zum Besuch von Hochschulen und Akademien beantragt, kranke und bedürftige Gewerbetreibende erhielten finanzielle Unterstützung.

Der äußerst aktiven Vereinigung gelang es im Jahre 1892 sogar, den "Gautag der Gewerbevereine des Pfalzgauverbandes" nach Wiesloch zu holen.

1898 führte der Verein selbst eine große Gewerbeausstellung durch, an der nicht weniger als 76 Gewerbetreibende beteiligt waren. Zu dieser Leistungsschau wurden 12.000 Eintrittskarten verkauft. Wiesloch zählte damals knapp 4.000 Einwohner. Nach einem Bericht der Brauerei Riese, wurden mehr als 30.000 Liter Bier, außer dem Wein, im Getränkezelt "verkonsumiert". Noch Jahre danach zehrten die Handwerker von diesem großen Erfolg.

Große wirtschaftliche Einbrüche brachte sowohl der Erste wie auch der Zweite Weltkrieg. Nach dem totalen Zusammenbruch 1945 besannen sich die aus Krieg und Gefangenschaft heimgekehrten Meister auf ihre Tradition und ließen ihre Vereinigung im Jahre 1948 wieder aufleben. Bereits 1954 folgte zum 75. Vereinsjubiläum wieder eine viel beachtete Leistungsschau in der Gerbersruhschule.

In den nun folgenden stürmischen Aufbaujahren war es das Bestreben des Handwerkervereins, seine Mitglieder durch Vorträge und Seminare für die neuen Herausforderungen fit zu machen. Ausflüge und fachliche Exkursionen, die Familie und Betriebsangehörige miteinbezogen, stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl. Im Jahre 1988 feierte die Weinstadt "700 Jahre Stadtrecht Wiesloch", und Handel, Handwerk und Gewerbe zeigten gemeinsam in der neuen Eissporthalle Flagge, während auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt kräftig gefeiert wurde. In den Folgejahren kam es noch mehrmals zu erfolgreichen Ausstellungen sowohl in der Eissporthalle wie auch im Palatin.

125 Jahre Handwerk- und Gewerbeverein feierte man am 25. und 26. September 2004 im Rahmen des Wieslocher Herbstmarktes mit einer Jubiläums-Leistungsschau im Rathaus und auf dem Marktplatz sowie einem feierlichen Festakt im großen Ratssaal.

Im Rahmen dieser Veranstaltung übergab der Erste Vorsitzende Kurt Wagner an Dr. Helmut Bergdolt, dem Gründer und Vorsitzenden der Bürgerstiftung "Kunst für Wiesloch", eine Spende für das Kunstwerk im Winzerkreisel am südlichen Stadteingang "Vesper im Weinberg", Zeichen der Anerkennung des örtlichen Handwerks für die Aufwertung des städtischen Raums durch hochwertige Kunstwerke.

Frei nach dem Spruch: "Vom Handwerk kann man sich zur Kunst erheben - vom Pfuschen nie".